Dynamische & statische Webseiten

Artikel: Dynamische & statische Webseiten

Worin unterscheiden sich statische Webseiten von dynamischen Webseiten? Welche Vor- und Nachteile für den Auftraggeber und Konsumenten bietet die Erstellung von jeweiligen Internetseiten? Um die Entscheidung bei der Auftragsvergabe zu vereinfachen, werden im folgenden Artikel Schwächen und Stärken von statischen und dynamischen Webseiten beschrieben.

Dynamische Webseiten

Quadrate aus weißem Papier werden auf einem Draht zu einem in sich geschlossenem Kreis angeordnet. Ein passendes Bild um die Funktionalität von dynamischen Webseiten visuell darzustellen.

Eine Dynamische Webseite wird in Ihre Bestandteile zerlegt und in der Datenbank gespeichert. Beim Aufruf der jeweiligen Webseite wird diese von der Datenbank generiert. Dieses Vorgehen macht die Webseite langsamer. Zudem birgt die Datenbank ein Sicherheitsrisiko. Daher steht der Schutz der Datenbanken (das Herz der Website) bei der Programmierung von dynamischen Webseiten im Vordergrund. Es darf kein schadhafter Code an die Datenbanken gelangen!

Dynamische Webseiten sind aufwendig in der Programmierung, daher werden heute für die Erstellung von dynamischen Webseiten Content Management Systeme (CMS) eingesetzt. Ein CMS wird auf dem Web-Server des Webseiten-Betreibers installiert, für das aktuelle Projekt optimiert und erweitert. CMS ermöglicht eine gemeinschaftliche Erstellung und Bearbeitung von Content der Webseiten. Über Rechtevergabe können die Inhalte auch individualisiert generiert werden.

Das Webdesign von Content Management Systemen beruht auf einem Baukasten-Layout. Zu Einschränkungen in der Gestaltung von Webseiten, begrenzen programmierte Vorgaben die Manipulation eines Programmier-Codes.

Fazit: Dynamische Webseiten eignen sich hervorragend zur Erstellung von leistungsorientierten Webprojekten mit umfangreichen Webanwendungen, individualisierbaren Inhalten und täglicher Content-Pflege.

Statische Webseiten

Mehrere an einander gereihte Elektronik-Platinen mit elektrischen Bauelementen, ein gutes Beispiel für statische Webseiten.

Statische Webseiten, sind mit HTML programmierte Webseiten, deren Content wie Bilder, Animationen, Texte und (früher) Layoutdefinitionen im Quellcode der jeweiligen Internetseite definiert sind. Jede Webseite wird dementsprechend individuell programmiert und separat mit Inhalt gefüllt. Eine statische Webseite wird direkt vom Server abgerufen und im Browser angezeigt.

Um Content-Änderungen bei statischen Webseiten durchführen zu können, werden Programmierer-Kenntnisse benötigt. Programmierung von statischen Webseiten mit CSS (dynamisches Webdesign) bringt jedoch einige Vorteile für die Suchmaschinenoptimierung (onPage SEO) und die Gestaltung von Webseiten (Screen-/Webdesign).

Statische Webseiten zeichnen sich durch schlanken und leicht beeinflussbaren Programmier-Code, geringe Ladezeiten und schnellen Seitenaufbau aus. Bei der Gestaltung vom Webdesign für statische Internetseiten sind die Programmierer nicht an ein Baukasten-System eines CMS (Content Management System) gebunden. Es können ohne großen Aufwand visuelle Effekte (z.B. jQuery) implementiert werden.

Wie schon angesprochen, haben die statischen Webseiten den Nachteil in der Pflege von Content. Inhalte können nur mit HTML-Kenntnissen durchgeführt werden. Webdesign-Änderungen, wenn diese nicht über das CSS gesteuert, müssen ebenfalls in jeder Internetseite ausgeführt werden.

Fazit: Die Funktionalität von statischen Webseiten eignet sich daher für einfache Webseiten mit eher statischem Content zum Zwecke der visuellen Repräsentation.

Clientseitig erzeugte dynamische Webseiten

Dynamische Webseiten können auch vom Client (Browser) erzeugt werden. Auf JavaScript basierende Programmierung ermöglicht einem User Interaktionen, die zur Veränderung von Webseiteninhalten führen.

Ein nachvollziehbares Beispiel wäre in jQuery programmiertes Interface zur Dateneingabe (Formular). Die Formulardaten werden in diesem Fall vom Browser geprüft, die Bedienung durch dynamische Hilfestellungen erleichtert (Web-Usability). Verschachtelte, komplexe Dateneingaben können so visuell übersichtlich und benutzerfreundlich umgesetzt werden. Daten werden erst nach vollständiger Eingabe zur endgültigen Prüfung an den Server gesendet, was für die Geschwindigkeit der Webseitenbedienung zum Vorteil ist. HTML5 bietet zusätzliche Unterstützung für die Formularerstellung und Client-seitige Auswertung.

Dynamisches Webdesign

Die Entwicklung von Cascading Style Sheets (CSS) ermöglichte die Trennung von Content und Webdesign bei der Programmierung von Webseiten. Das sind gravierende Vorteile für die Erstellung von Internetseiten. Die Gestaltungsvorgaben werden in einer externen Datei (.css) formatiert und wirken so auf das gesamte Webdesign einer Internetpräsenz. Im Falle einer gewünschten Design-Änderung, braucht der Webdesigner nur in der entsprechenden CSS-Datei die gewünschte Vorgabe umzusetzen und das Resultat wirkt auf das ganze Webdesign der bezogenen Webseiten. Im Gegensatz zu anfänglicher Programmierung von Websites, muss der Webdesigner heute nicht jede Webseite einzeln korrigieren. Diese Entwicklung, also die Trennung von Content und Gestaltung in der Programmierung von Webseiten, ermöglichte dynamisches Webdesign.

Fazit: Dynamische Webseiten sind nicht gleich dynamisches Webdesign. Dynamisches Webdesign ist eher ein möglicher Bestandteil bei der Programmierung von datenbankgestützten dynamischen Webseiten (PHP, MySQL).

Autor des Artikels: Andreas Patzer, Screen- und Webdesigner (DTP-Akademie), Mediengestalter für Printmedien (IHK)

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